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Unterricht im Freien – Spielen und Lernen durch Bewegung
Unterricht muss nicht immer im Klassenzimmer stattfinden. Gerade in der Grundschule bietet das Lernen im Freien zahlreiche Möglichkeiten, Unterrichtsinhalte mit Bewegung, Beobachtung und eigenen Erfahrungen zu verbinden. Der Schulhof, der Schulgarten, ein Park oder ein nahegelegener Wald können zu Lernorten werden, an denen Kinder ihre Umgebung aktiv erkunden.
Unterricht im Freien verbindet dabei verschiedene Lernformen: Kinder beobachten, messen, sammeln, vergleichen, spielen, bewegen sich und arbeiten gemeinsam. Bei Wiemann Lehrmittel finden Sie Materialien, die solche Lern- und Bewegungsangebote unterstützen und sich für Schule, Ganztagsbetreuung, Pausen und Projektangebote einsetzen lassen.
Unterricht im Freien als Lernform
Kinder erleben ihre Umwelt außerhalb des Klassenraums unmittelbar. Pflanzen können direkt betrachtet, Entfernungen abgeschätzt, Naturmaterialien gesammelt oder Bewegungsaufgaben auf dem Schulhof durchgeführt werden. Dadurch entstehen konkrete Erfahrungen, an die Unterrichtsinhalte anknüpfen können.
Gleichzeitig verändert sich die Lernumgebung. Aufgaben, die im Klassenraum abstrakt erscheinen, können draußen praktisch umgesetzt werden. Eine Strecke lässt sich beispielsweise tatsächlich ablaufen und messen, geometrische Formen können in der Umgebung gesucht und Pflanzen direkt beobachtet werden.
Unterricht im Freien eignet sich deshalb nicht nur für einzelne Projekttage. Auch kurze Lernsequenzen, Bewegungspausen oder regelmäßige Unterrichtsphasen lassen sich nach draußen verlagern.
Lernen mit Bewegung verbinden
Bewegung und Lernen können miteinander verbunden werden, ohne dass daraus eine klassische Sportstunde werden muss. Kinder können beispielsweise Aufgaben erlaufen, Gegenstände sammeln, sich nach bestimmten Merkmalen aufstellen oder Lernkarten an verschiedenen Stationen bearbeiten.
Auch einfache Bewegungsspiele können Unterrichtsinhalte aufnehmen. Zahlen, Buchstaben, Farben oder Begriffe lassen sich mit Lauf-, Wurf- und Zuordnungsaufgaben verbinden. Dadurch wechseln sich konzentrierte Arbeitsphasen und körperliche Aktivität ab.
Für mathematische Inhalte können beispielsweise Zahlen gesucht, Mengen verglichen oder geometrische Formen in der Umgebung entdeckt werden. Im Deutschunterricht können Wörter gesammelt, Geschichten entwickelt oder Gegenstände beschrieben werden.
Welche Aktivitäten eignen sich für den Unterricht draußen?
Für den Unterricht im Freien eignen sich besonders Aufgaben, bei denen Kinder selbst aktiv werden. Dazu gehören beispielsweise:
- Naturmaterialien sammeln und sortieren
- Pflanzen und Tiere beobachten
- Farben und Formen in der Umgebung suchen
- Entfernungen schätzen und messen
- Orientierungsspiele durchführen
- Bewegungs- und Geschicklichkeitsaufgaben lösen
- Lernstationen auf dem Schulhof aufbauen
- gemeinsam Spiele mit Regeln entwickeln
- Beobachtungen dokumentieren und auswerten
Je nach Alter können die Aufgaben unterschiedlich komplex gestaltet werden. Jüngere Kinder können beispielsweise Farben, Formen oder Naturmaterialien suchen und zuordnen. Ältere Schülerinnen und Schüler können Beobachtungen dokumentieren, Messwerte vergleichen oder eigene Aufgaben für Mitschüler entwickeln.
Der Schulhof als Lernraum
Der Schulhof bietet häufig mehr Lernmöglichkeiten, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Linien, Flächen, Bäume, Mauern, Treppen und Spielgeräte können Ausgangspunkte für unterschiedliche Aufgaben sein.
Im Mathematikunterricht können Kinder beispielsweise geometrische Formen entdecken, Längen schätzen und messen oder Rechenaufgaben mit Bewegungsstationen verbinden. Passende Mathematik-Lernmaterialien können anschließend genutzt werden, um die draußen gewonnenen Erfahrungen im Klassenraum weiterzuführen.
Auch für Sprachaufgaben bietet der Schulhof zahlreiche Anlässe. Kinder können Gegenstände beschreiben, Wörter sammeln, kleine Geschichten entwickeln oder Beobachtungen schriftlich festhalten. So entstehen Verbindungen zum Deutschunterricht.
Natur beobachten und Sachunterricht praktisch gestalten
Der Unterricht im Freien eignet sich besonders für Themen aus dem Sachunterricht. Kinder können Pflanzen und Tiere beobachten, Wettererscheinungen dokumentieren, Naturmaterialien untersuchen oder Veränderungen im Jahreslauf verfolgen.
Dabei steht die eigene Beobachtung im Mittelpunkt. Eine Becherlupe kann beispielsweise dabei helfen, kleine Tiere oder Pflanzenteile genauer zu betrachten. Anschließend können die Kinder ihre Beobachtungen beschreiben, vergleichen und gemeinsam besprechen.
Die Ergebnisse lassen sich später im Klassenraum weiterbearbeiten. Im Sachunterricht können beispielsweise Beobachtungen dokumentiert, Zeichnungen angefertigt oder Fragen zu den untersuchten Naturphänomenen entwickelt werden.
Spielen und Lernen draußen verbinden
Spiele schaffen einen niedrigschwelligen Zugang zu Bewegung und gemeinsamer Aktivität. Sie können als eigenständiges Angebot genutzt oder mit Lernaufgaben verbunden werden.
Lernspiele für Freiarbeit bieten beispielsweise zahlreiche Möglichkeiten für selbstständige und spielerische Übungsphasen. Auch wenn viele dieser Materialien für den Einsatz im Klassenraum gedacht sind, lassen sich einzelne Spielideen und Aufgabenprinzipien auf Lernangebote im Freien übertragen.
Für größere Gruppen eignen sich Bewegungs- und Gruppenspiele besonders gut. Sie können Kooperation, Kommunikation und Regelverständnis fördern und gleichzeitig dafür sorgen, dass Kinder gemeinsam aktiv sind.
Fächerübergreifend im Freien lernen
Ein besonderer Vorteil des Lernens draußen liegt in den vielfältigen fächerübergreifenden Möglichkeiten. Eine einzige Aktivität kann Aufgaben aus mehreren Lernbereichen miteinander verbinden.
Bei einer Naturerkundung können Kinder beispielsweise Pflanzen bestimmen, ihre Merkmale beschreiben, Fundstücke sortieren und deren Anzahl erfassen. Damit werden Inhalte aus Sachunterricht, Deutsch und Mathematik miteinander verbunden.
Auch ein Orientierungslauf kann verschiedene Aufgaben enthalten: An einer Station lösen die Kinder eine Rechenaufgabe, an einer anderen lesen sie einen kurzen Text und an einer weiteren suchen sie bestimmte Gegenstände in der Umgebung.
Solche Lernarrangements eignen sich besonders für Projekttage, Stationenlernen und offene Unterrichtsformen.
Selbstständig lernen und forschen
Unterricht im Freien bietet gute Voraussetzungen für selbstständiges Arbeiten. Aufgaben können an Stationen verteilt werden, sodass Kinder in kleinen Gruppen unterschiedliche Lernaufträge bearbeiten.
Dabei können beispielsweise Beobachtungskarten, Suchaufträge, Messaufgaben oder kleine Forschungsfragen eingesetzt werden. Die Kinder entscheiden innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbst, wie sie eine Aufgabe bearbeiten und ihre Ergebnisse festhalten.
Für ältere Grundschulkinder können auch offene Aufgabenstellungen sinnvoll sein. Statt eine konkrete Lösung vorzugeben, kann die Lehrkraft beispielsweise den Auftrag erteilen, möglichst viele geometrische Formen auf dem Schulgelände zu finden oder eine eigene Bewegungsaufgabe zu einem mathematischen Thema zu entwickeln.
Unterricht im Freien zu verschiedenen Jahreszeiten
Lernen draußen ist nicht auf warme und sonnige Tage beschränkt. Gerade der Wechsel der Jahreszeiten bietet interessante Beobachtungsmöglichkeiten.
Im Herbst können Blätter, Früchte und andere Naturmaterialien untersucht werden. Im Winter lassen sich Temperaturen, Spuren und Veränderungen in der Natur beobachten. Im Frühjahr stehen Pflanzen und Tiere im Mittelpunkt, während im Sommer beispielsweise Schatten, Sonneneinstrahlung oder Wasser untersucht werden können.
Natürlich müssen Aufgaben, Kleidung und Aufenthaltsdauer an die Wetterbedingungen angepasst werden. Bei ungünstigem Wetter können einzelne Beobachtungen auch durch Materialien und Dokumentationen im Klassenraum ergänzt werden.
Unterricht im Freien für Schule und Ganztagsbetreuung
Lernen außerhalb des Klassenraums schafft zusätzliche Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Grundschulunterricht. Kinder können Inhalte beobachten, ausprobieren, messen und gemeinsam bearbeiten. Gleichzeitig bietet die Bewegung einen Ausgleich zu längeren Sitz- und Konzentrationsphasen.
Ob Naturerkundung, mathematische Bewegungsspiele, Sprachaufgaben, Orientierung oder freie Lernstationen: Der Außenraum kann für viele Unterrichtsbereiche genutzt werden. Die gleichen Prinzipien lassen sich auch in der Ganztagsbetreuung, bei Projekttagen oder bei gemeinsamen Aktivitäten auf dem Schulhof einsetzen.
Wiemann Lehrmittel bietet Materialien, die Lehrkräfte bei solchen Lern- und Bewegungsangeboten unterstützen. In Verbindung mit Sachunterricht, Mathematik, Deutsch und weiteren Lernbereichen lassen sich unterschiedliche Unterrichtsformen entwickeln – vom kurzen Lernimpuls auf dem Schulhof bis zum kompletten Projekttag im Freien.