Der Star- Vogel des Jahres 2018

Das Wortspiel mit dem Vogel Star, als Star im Sinne von Berühmtheit, wie ein Filmstar beispielsweise, mag ein zu oft bemühter Kalauer sein. Im Jahr 2018 ist der Star quasi tatsächlich ein Star, wurde er doch zum »Vogel des Jahres« gekürt. Der vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) gewählte Gemeine Star (Sturnus vulgaris) ist die häufigste Starenart in Europa und Asien und durch Einbürgerung der Art in verschiedensten Ländern und Kontinenten eine der häufigsten Vögel weltweit.

Aussehen & Fressverhalten

Der zu den Singvögeln gehörige Star wird gern mit der Amsel verwechselt. Der Star ist mit bis zu 22 Zentimetern Körperlänge allerdings etwas kleiner als die Amsel, besitzt einen kürzeren Schwanz und ein anderes Flügelbild. Das Gefieder des Stars weist schwärzliche Färbung mit metallisch wirkenden grünen oder purpurnen Einsprengseln auf. Im Frühjahr trägt der Star dann das sogenannte Prachtkleid, das mit hellen Flecken versehen ist. Weibliche und männliche Stare unterscheiden sich dabei nur geringfügig. Der Schnabel weist gelbe Färbung auf und verfärbt sich im Winter dunkel. Die Beine der Stare sind rot und besitzen kräftige Krallen an den Zehen. Stare sind Allesfresser und ernähren sich beispielsweise von Insekten, Schnecken oder auch Regenwürmern. Sie fressen aber auch pflanzliche Nahrung; je nach Verbreitungsgebiet beispielsweise Beeren und Obst, wie Kirschen oder Äpfel, oder in Südeuropa auch Oliven und Weintrauben. Durch die Nähe zum Menschen finden Stare inzwischen auch Nahrung auf Müllkippen und Siedlungen.
Abhängig vom Verbreitungsgebiet ist es auch, ob der Star als Standvogel im jeweiligen Gebiet bleibt oder als Mittelstreckenzieher Flugwanderungen unternimmt.

Nestbau & Brutzeit

Der Star baut Nester in Baumhöhlen oder Felsritzen, in der Nähe des Menschen auch in Nistkästen oder in Mauerspalten und ähnlichen Hohlräumen. Die Nester werden dabei aus Pflanzenresten, Wolle, Haaren, Federn und dergleichen gebaut. Stare brüten in der Regel zweimal pro Jahr in der Zeit von April bis Juli. Dabei legen die Weibchen bis zu 7 Eier, die hellblau bis hellgrün gefärbt sind. Die Brutdauer beträgt etwa 14 Tage und die Jungvögel bleiben bis zu 21 Tage im Nest.In der Brutzeit sind Stare auf ihr Brutgebiet beschränkt. Ansonsten sind Stare in kleineren Gruppen und auch großen Schwärmen unterwegs. Besonders in Skandinavien sammeln sich im Herbst und Frühling riesige Schwärme mit bis zu 1 Million Staren. Vor der Nachtruhe vollführen diese Schwärme in kleineren Gruppen Formationsflüge bei Sonnenuntergang und diese Schwarmformationen werden »schwarze Sonne« genannt.

Der Star & der Mensch

Für den naturinteressierten Menschen sind diese Schwarmflüge ein faszinierendes Phänomen. Ebenso wie der Star als Singvogel beim Menschen schon lange Zeit beliebt ist. Stare haben zudem die Fähigkeit, Stimmen zu imitieren. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Stare daher auch als Haustiere gehalten.
Der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart, auch ein Star seiner Zeit, jedoch im Sinne von »Berühmtheit«, hatte sich einen Star als Haustier gehalten. Mozarts Star war offenbar wie seine Artgenossen ein guter Imitator und konnte ein Klavierkonzert Mozarts nachpfeifen. Und als Mozarts Star gestorben war, widmete Mozart ihm sogar ein Gedicht.

Allerdings gab und gibt es auch Schattenseiten der Nähe der Stare zum Menschen. Früher waren die Singvögel auch beliebte Nahrung, da das Fleisch der Stare als sehr bekömmlich galt. Die riesigen Schwärme wiederum waren oft auch eine Plage für die Landwirtschaft, sodass Stare bis in die 1980er Jahre bekämpft wurden. Die Bestände der Stare waren dadurch allerdings wenig gefährdet und sind auch weiterhin gut verbreitet. Durch Pestizide und Insektenrückgang wurde der Star in Deutschland jedoch inzwischen auf der Roten Liste als »gefährdet« eingestuft.

Der Status als »Vogel des Jahres« verhilft dem Star vielleicht wieder zu mehr Aufmerksamkeit und einer Veränderung der Gefährdungsursachen.

Gerhard Huber

Gerhard Huber

Gerhard Huber, geboren 1971 in Straubing, entdeckte dank der schier unerschöpflichen Bücherkiste seiner Großmutter früh die Leidenschaft zur Literatur und zum Schreiben.
Der gelernte Versicherungskaufmann und studierte Religionswissenschaftler und Germanist lebt seit 2007 in Worms.
Gerhard Huber veröffentlichte als Autor Geschichten in Anthologien oder im Rahmen der PERRY RHODAN-Serie und ist im journalistischen Bereich als Online-Redakteur und Rezensent für das Internetportal »Menschen International« tätig, vorwiegend zu den Themen Reiseliteratur und »literarische Reise«.

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