Den Wintersport in die Halle holen

Jahr für Jahr übt der Winter mit seinen speziellen Möglichkeiten der körperlichen Betätigung auf Schnee und Eis eine besondere Faszination auf Kinder aus. Leider können die meisten Kinder diese Aktivitäten nur begrenzt und zeitweise im Freien ausüben.

Was liegt da näher als den Wintersport in die Halle zu holen?

In nahezu allen Bundesländern gibt es für den Sportunterricht in der Primarstufe ein Bewegungsfeld, das sich unter Einbeziehung von Sportgegenständen und Alltagsmaterialien mit dem Rollen, Gleiten und Fahren beschäftigt. Neben den vielfältigsten Körper- und Bewegungserfahrungen, die in diesem Bewegungsfeld gesammelt werden können, bietet es sich an, sportliche Aktivitäten des Winters zu simulieren und Unterrichtssequenzen, Unterrichtsabschnitte oder Spiel- und Sportfeste damit auszufüllen. Die Motivation der Kinder ist nahezu garantiert und auch die Entwicklungsreize für die motorische Entwicklung sind in der Auseinandersetzung mit den Bewegungsaufgaben nicht zu unterschätzen.

Als Material reichen oftmals einige Rollbretter, Teppichfliesen, Scheuerlappen, Filzpantoffeln und Zeitungen aus, um in Kombination mit Bänken, Hockern, Matten und weiteren Sportgeräten Stationen mit hohem Anforderungscharakter zu kreieren. Es ist aber auch möglich, dass die Schüler eigene Skateboards oder Waveboards mitbringen, um die inhaltlichen Möglichkeiten zu erweitern.

Hierzu einige Beispiele:

  1. Schneeballschlacht:
    Mit zusammengeknüllten Zeitungsbällen oder mit den Schneebällen (W-82034) können sich Schüler auf kurzer Entfernung bewerfen.
  2. Rodeln:
    Auf einem Rollbrett, z.B. auf dem W-60593, können sich Schüler in verschiedenen Körperlagen (ähnlich wie auf dem Schlitten) selbst fortbewegen oder von einem Mitschüler schieben oder ziehen lassen.
  3. Skilift:
    Aus Springseilen (siehe, z.B. A-100042) und einem Gymnastikstab, wie aus dem Set W-60777 ,wird ein T-Lift gebaut auf dem zwei Schüler nebeneinander auf Scheuerlappen stehen und von einem oder mehreren Schülern gezogen werden.
  4. Skilauf:
    Auf zwei Teppichfliesen können die Schüler eine längere Strecke rutschen oder Slalomparcours bewältigen.
  5. Eisschnelllauf oder Shorttrack:
    Mit Filzpantoffeln an den Füßen können die Schüler auf einer kleinen Rundbahn gegeneinander laufen.
  6. Eistanz:
    Zwei Schüler mit Filzpantoffeln an den Füßen üben gemeinsam eine kleine Tanzchoreografie ein.
  7. Bobfahren:
    Ein kleiner Turnhocker oder ein Kastendeckel, z.B von der W-60716, wird umgedreht auf ein oder zwei Rollbretter gestellt, sodass ein oder zwei Schüler sich hineinsetzen können, um von anderen Schülern abgestoßen oder geschoben zu werden.
  8. Biathlon:
    Die Schüler bewegen sich, eine bestimmte Strecke rutschend, auf Teppichfliesen fort, bis sie an eine Wurfstation kommen. Die Wurfstation könnte, z.B. mit einen Dosenwurfspiel bestückt werden. Dort führen sie mehrere Zielwürfe durch und entsprechend des Wurfergebnisses laufen sie gleich oder nach dem Absolvieren von Strafrunden weiter. Biathlon bietet sich als Staffelrennen an.
  9. Skispringen:
    Es werden zwei Turnbänke in einer bestimmten Höhe in eine Sprossenwand, bspw. in die W-61229, eingehängt und liegen unten auf einem mittleren Kasten auf. Die zwei Bänke bilden den Anlaufbakken auf dem ein Schüler auf zwei Teppichfliesen hockend herunterrutscht und beim Erreichen des Kastens kräftig abspringt. Die Landung erfolgt auf einer Weichbodenmatte (z.B. hier).
  10. Skeleton:
    Ein Schüler erfasst ein Rollbrett, mit beiden Händen, läuft eine kurze Strecke und wirft sich dann mit seiner Körpervorderseite auf das Rollbrett um weit zu rollen.
  11. Curling:
    Mit dem Rollen von kleinen Medizinbällen versuchen zwei Mannschaften gegeneinander, die geringste Entfernung zu einem gemeinsamen Ziel zu erreichen.
  12. Snowboard:
    Mit dem Skateboard oder Waveboard müssen die Schüler unterschiedliche Strecken bewältigen.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht Dr. Andreas Günther.

Dr. Andreas Günther

Dr. Andreas Günther

leitet den Arbeitsbereich Sport im Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik der Martin- Luther- Universität Halle (Saale).

Nach seinem Studium des Lehramtes für Sport und Geschichte arbeitete er 20 Jahre als Lehrer an verschiedenen Schulformen und als Fachseminarleiter Sport in der zweiten Ausbildungsphase.

Schwerpunkte seiner praxisnahen Forschungstätigkeit sind das Fitnesstraining von Kindern und Jugendlichen und neue didaktische Überlegungen zur mehrperspektivischen Umsetzung der Bewegungsfelder „Spielen“, „Bewegen an Geräten“ und „Ringen, Raufen und Kämpfen“.

Den zahlreichen Publikationen, wie z.B. „Kämpfen und Kampfspiele“, „Streetworkout für die Sporthalle“ und „Rückschlagspiele“ (alle 2016 erschienen im Persen- Verlag) können Lehrkräfte und Übungsleiter Anregungen für ihre Tätigkeit und Unterrichtsmaterialien (Arbeitskarten) entnehmen. Ferner ergänzen die von ihm entwickelten Lehr- und Lernmittel wie das Würfelspiel „Fritz Fit- ärgere dich nicht“ und „Das 8x8 der Rückschlagspiele“ (erhältlich bei Wiemann Lehrmittel) die sportpädagogische Arbeit.
Dr. Andreas Günther

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