Den Wintersport in die Halle holen-Olympia-Edition

Alle vier Jahre übt die Winterolympiade mit ihren winterlichen Wettbewerben auf Schnee und Eis eine besondere Faszination auf Sportler, Zuschauer und Kinder aus. Die diesjährigen Olympischen Winterspiele finden im fernen Südkorea statt, was es hinsichtlch der geografischen Entfernung, nahezu unmöglich macht, als Zuschauer vor Ort sein zu können.

Was liegt da näher als die Winterolympiade in die Halle zu holen?

In nahezu allen Bundesländern gibt es für den Sportunterricht in der Primarstufe ein Bewegungsfeld, das sich unter Einbeziehung von Sportgegenständen und Alltagsmaterialien mit dem Rollen, Gleiten und Fahren beschäftigt. Neben den vielfältigsten Körper- und Bewegungserfahrungen, die in diesem Bewegungsfeld gesammelt werden können, bietet es sich an, sportliche Aktivitäten der Winterolmpiade zu simulieren und Unterrichtssequenzen, Unterrichtsabschnitte oder Spiel- und Sportfeste damit auszufüllen. Die Motivation der Kinder ist nahezu garantiert und auch die Entwicklungsreize für die motorische Entwicklung sind in der Auseinandersetzung mit den Bewegungsaufgaben nicht zu unterschätzen.

Als Material reichen oftmals einige Rollbretter, Teppichfliesen, Scheuerlappen, Filzpantoffeln und Zeitungen aus, um in Kombination mit Bänken, Hockern, Matten und weiteren Sportgeräten Stationen mit hohem Aufforderungscharakter zu kreieren. Es ist aber auch möglich, dass die Schüler eigene Skateboards oder Waveboards mitbringen, um die inhaltlichen Möglichkeiten zu erweitern.

Nachfolgend ist eine Auflistung von ausgewählten Wettbewerben mit Datum und Startzeiten* (Achtung deutsche Uhrzeiten!) und wie der Wettbewerb von den Schülerm simuliert werden kann:

Rodeln:
So., 11. Februar, 10:50 Uhr: Einzel Herren 3. und 4. Lauf
Di., 13 Februar, 11:30 Uhr: Einzel Damen 3. und 4. Lauf
Mi., 14. Februar, 12:20 Uhr: Doppelsitzer Herren
Do.,15. Februar, 13:30 Uhr: Teamstaffel
>
Auf einem Rollbrett, z.B. auf dem W-60593, können sich Schüler in verschiedenen Körperlagen (ähnlich wie auf dem Schlitten) selbst fortbewegen oder von einem Mitschüler schieben oder ziehen lassen.

Bobfahren:
Mo.,19. Februar, 12:15 Uhr: 2-Sitzer Herren 3. und 4. Lauf
Mi., 21. Februar, 12:40 Uhr: 2-Sitzer Damen 3. und 4. Lauf
So., 25. Februar, 01:30 Uhr: 4-Sitzer Herren 3. und 4. Lauf
>Ein kleiner Turnhocker oder ein Kastendeckel, z.B. von der W-60716, wird umgedreht auf ein oder zwei Rollbretter gestellt, so dass ein oder zwei Schüler sich hineinsetzen können, um von anderen Schülern abgestoßen oder geschoben zu werden.

Eisschnelllauf:
Sa., 10. Februar, 12:00 Uhr: 3.000 m Damen
So., 11. Februar, 08:00 Uhr: 5.000 m Herren
Mo., 12. Februar, 13:30 Uhr: 1.500 m Damen
Di., 13. Februar, 12:00 Uhr: 1.500 m Herren
Mi., 14. Februar, 11:00 Uhr: 1.000 m Damen
Do., 15. Februar, 12:00 Uhr: 10.000 m Herren
Fr., 16. Februar, 12:00 Uhr: 5.000 m Damen
So., 18. Februar, 12:00 Uhr: 500 m Damen
Mo., 19. Februar, 12:00 Uhr: 500 m Herren
Mi., 21. Februar, 12:00 Uhr: Teamverfolgung Herren & Damen
Fr., 23. Februar, 11:00 Uhr: 1.000 m Herren
Sa., 24. Februar, 12:00 Uhr: Massenstart Herren & Damen
> Mit Filzpantoffeln an den Füßen können die Schüler auf einer kleinen Rundbahn gegeneinander laufen.

Shorttrack:
So., 10. Februar, 11:00 Uhr: 1.500 m Herren
Di., 13. Februar, 11:00 Uhr: 500 m Damen
Sa., 17. Februar, 11:00 Uhr: 1.000 m Herren & 1.500 m Damen
Di., 20. Februar, 11:00 Uhr: 3.000 m Staffel Herren
Do., 22. Februar, 11:00 Uhr: 500 m Herren, 5000 m Staffel Herren & 1.000 m Damen
> Mit Filzpantoffeln an den Füßen können die Schüler auf einer kleineren Rundbahn, als beim Eisschnelllauf, gegeneinander laufen.

Eiskunsttanz:
Mo., 12. Februar, 02:00 Uhr: Team-Event
Do., 15. Februar, 02:30 Uhr: Paarlauf
Sa., 17. Februar, 02:00 Uhr: Einzel Herren
Di., 20. Februar, 02:00 Uhr: Eistanz
Fr., 23. Februar, 02:00 Uhr: Einzel Damen
> Zwei Schüler mit Filzpantoffeln an den Füßen üben gemeinsam eine kleine Tanzchoreografie ein.

Biathlon:
Sa., 10. Februar, 12:15 Uhr: Sprint Damen 7,5 km
Mo., 12. Februar, 11:10 Uhr: Verfolgung Damen 10 km
Mo., 12. Februar, 13:00 Uhr: Verfolgung Herren 12,5 km
Mi., 14. Februar, 12:05 Uhr: Einzel Damen 15 km
Do., 15. Februar, 12:00 Uhr: Einzel Herren 20 km
Sa., 17. Februar, 12:15 Uhr: Massenstart Damen 12,5 km
So., 18. Februar, 12:15 Uhr: Massenstart Herren 15 km
Di., 20. Februar, 12:15 Uhr: Mixed Staffel
Do., 22. Februar, 12:15 Uhr: Staffel Damen 4 x 6 km
Fr., 23. Februar, 12:15 Uhr: Staffel Herren 4 x 7,5 km
> Die Schüler bewegen sich eine bestimmte Strecke rutschend auf Teppichfliesen fort, bis sie an eine Wurfstation kommen. Die Wurfstation könnte z.B. mit einem Dosenwurfspiel bestückt werden. Dort führen sie mehrere Zielwürfe durch und entsprechend des Wurfergebnisses laufen sie gleich oder nach dem Absolvieren von Strafrunden weiter. Biathlon bietet sich als Staffelrennen an.

Skispringen:
Sa., 10. Februar, 13:35 Uhr: Normalschanze Herren
Mo.,12. Februar, 13:50 Uhr: Normalschanze Damen
Sa., 17. Februar, 13:30 Uhr:  Großschanze Herren
Mo., 19. Februar, 13:30 Uhr: Großschanze Herren
> Es werden zwei Turnbänke in einer bestimmten Höhe in eine Sprossenwand, bspw. in die W-61229, eingehängt und liegen unten auf einem mittleren Kasten auf. Die zwei Bänke bilden den Anlaufbakke auf dem ein Schüler auf zwei Teppichfliesen hockend herunter rutscht und beim Erreichen des Kastens kräftig abspringt. Die Landung erfolgt auf einer Weichbodenmatte (z.B. hier).

Skeleton:
Fr., 16. Februar, 01:30 Uhr: Herren 3. und 4. Lauf
Sa., 17. Februar, 12:20 Uhr:  Damen 3. und 4. Lauf
> Ein Schüler erfasst ein Rollbrett mit beiden Händen, läuft eine kurze Strecke und wirft sich dann mit seiner Körpervorderseite auf das Rollbrett, um weit zu rollen.

Curling:
Di., 13. Februar, 01:05 Uhr: Mixed Doppel, Spiel um Platz 3
Di., 13. Februar, 12:05 Uhr: Mixed Doppel, Finale
Fr., 23. Februar, 07:35 Uhr: Spiel um Platz 3 Herren
Sa., 24. Februar, 07:35 Uhr: Curling, Finale Herren
Sa., 24. Februar, 12:05 Uhr: Spiel um Platz 3 Damen
So., 25. Februar, 01:05 Uhr: Finale Damen
> Mit dem Rollen von kleinen Medizinbällen versuchen zwei Mannschaften gegeneinander die geringste Entfernung zu einem gemeinsamen Ziel zu erreichen.

Snowboard:
So., 11. Februar, 02:00 Uhr: Slopestyle Herren
Mo., 12. Februar, 02:00 Uhr: Slopestyle Damen
Di., 13. Februar, 02:00 Uhr: Halfpipe Damen
Mi., 14. Februar, 02:30 Uhr: Halfpipe Herren
Do., 15. Februar, 03:00 Uhr: Cross Herren
Fr., 16. Februar, 02:00 Uhr: Cross Damen
Fr., 23. Februar, 01:30 Uhr: Big Air Finale Damen
Sa., 24. Februar, 02:00 Uhr: Big Air Finale Herren
Sa., 24. Februar, 04:00 Uhr Parallel Riesenslalom Herren und Damen
> Mit dem Skateboard oder Waveboard müssen die Schüler unterschiedliche Strecken bewältigen.

Langlauf:
Sa., 10. Februar, 08:15 Uhr: Skiathlon Damen 7,5 km + 7,5 km
So., 11. Februar, 07:15 Uhr: Skiathlon Herren 15 km + 15 km
Di., 13. Februar, 09:30 Uhr: Klassischer Sprint Herren und Damen
Do., 15. Februar, 07:30 Uhr: Freistil Damen 10 km
Fr., 16. Februar, 07:00 Uhr: Freistil Herren 15 km
Sa., 17. Februar, 10:30 Uhr: Staffel Damen Klassisch/Freistil 4 x 5 km
So., 18. Februar, 07:15 Uhr: Staffel Herren Klassisch/Freistil 4 x 10 km
Mi., 21. Februar, 09:00 Uhr: Team Sprint Freistil Herren und Damen
Sa., 24. Februar, 06:00 Uhr: Massenstart Herren klassisch 50 km
So., 25. Februar, 07:15 Uhr: Massenstart Damen klassisch 30 km
> Auf zwei Teppichfliesen können die Schüler eine längere Strecke rutschen oder Slalomparcours bewältigen.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht Dr. Andreas Günther.

 

* Quelle: sport1.de, Kein Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben.
https://www.sport1.de/olympia/2017/08/olympische-winterspiele-2018-der-zeitplan-in-pyeongchang

Dr. Andreas Günther

Dr. Andreas Günther

leitet den Arbeitsbereich Sport im Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik der Martin- Luther- Universität Halle (Saale).

Nach seinem Studium des Lehramtes für Sport und Geschichte arbeitete er 20 Jahre als Lehrer an verschiedenen Schulformen und als Fachseminarleiter Sport in der zweiten Ausbildungsphase.

Schwerpunkte seiner praxisnahen Forschungstätigkeit sind das Fitnesstraining von Kindern und Jugendlichen und neue didaktische Überlegungen zur mehrperspektivischen Umsetzung der Bewegungsfelder „Spielen“, „Bewegen an Geräten“ und „Ringen, Raufen und Kämpfen“.

Den zahlreichen Publikationen, wie z.B. „Kämpfen und Kampfspiele“, „Streetworkout für die Sporthalle“ und „Rückschlagspiele“ (alle 2016 erschienen im Persen- Verlag) können Lehrkräfte und Übungsleiter Anregungen für ihre Tätigkeit und Unterrichtsmaterialien (Arbeitskarten) entnehmen. Ferner ergänzen die von ihm entwickelten Lehr- und Lernmittel wie das Würfelspiel „Fritz Fit- ärgere dich nicht“ und „Das 8x8 der Rückschlagspiele“ (erhältlich bei Wiemann Lehrmittel) die sportpädagogische Arbeit.
Dr. Andreas Günther

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